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Sturz ohne Folgen ?

 

Der sogenannte "Sturz" beeinflusst die Haftung des Fahrzeuges. Dabei handelt es sich um den Winkel eines Rades zur Fläche, auf welchem das Fahrzeug (mit montierten Rädern und Stossdämpfern) steht. Steht das Rad über dem obere und untere Felgenhorn genau senkrecht (rechtwinklig) zur Fahrbahn ist der Sturz neutral oder 0° (rote senkrechte Linie auf der Zeichnung).

 

Negativer Sturz: Das Fahrzeug hat "X-Beine", das Rad steht oben nach innen. Wirkung: Vergrössert die Auflagefläche der Reifen während einer Kurvenfahrt!

 

Positivem Sturz: Gerade umgekehrt zum negativen Sturz das Rad steht unten nach innen, ist aber eher unüblich und ungebräuchlich! Warum sollte ein positiver Sturz gut sein? Bei einer Kurvenfahrt, wird das kurvenäußere Rad stärker belastet als das innere Rad. Bedingt durch die Fliehkraft und der Achsgeometrie neigt das Rad dazu , ein wenig ein zu knicken.  Hätte das Rad einen 0° Sturz, was passiert mit der Lauffläche des Reifens? Diese wird kleiner, um diesem Effekt entgegen zu wirken, wird der Sturz angepasst.

 

Wie kontrolliere ich, ob der Sturz korrekt eingestellt ist? Betrachten Sie die Reifen am Modell. Laufen beide Vorderräder gleichmässig über die gesamte Breite des Reifens ab, dann ist alles richtig eingestellt. Sind die Dinger eher (stärker) auf der äusseren Seite abgefahren, dann müssen Sie den Sturz erhöhen. Sind die Reifen aber eher auf der Innenseite abgefahren, müssen Sie den Sturz verringern. Bei den Hinterreifen verhält es sich gleich, allerdings wünscht man dort eher ein leicht konisches Ablaufen der Reifen in Richtung Fahrzeugmitte!

 

Einstellungen: Untersteuern - erhöhen Sie den Sturz der Vorderräder - aber immer nur ein bisschen (ich rede hier absichtlich nicht mit Gradwerten, denn welcher Anfänger verwendet schon entsprechendes Werkzeug bzw. Setup-Systeme? Ich auf jeden Fall nicht!). Verringern Sie gleichzeitig den Sturz an den Hinterrädern - das verstärkt den Effekt! Uebersteuert Ihr Car beim Einlenken in eine Kurve, dann können Sie das mit einem geringen Sturz verringern. uebrigens - diese Einstellungen gelten für Glattbahn- wie auch Offroadfahrzeuge! Ganz wichtig ist noch Folgendes: Arbeiten Sie auf beiden Seiten gleich - also symmetrisch! Wenn nicht, werden Sie nie ein gleichmässiges und somit präzises Fahrverhalten erzielen!

 

Wie verändere ich den Sturz:

In dem sie die Distanz am oberen Querlenker verändern - siehe Bild unten. Ach ja, noch ein wichtiger Hinweis: Die Querlenker sollten auf beiden Seiten die gleiche Distanz aufweisen!

 

Um den Winkel der Reifen einstellen zu können, muss ihr Car so ausgerüstet sein, dass die Querlenker in der Länge verändert werden können. Rein theoretisch könnte man den Sturz auf mit fixen Querlenker ein- oder verstellen - Voraussetzung ist aber hier, dass die Position der Aufhängungspunkte verändert werden kann. In einem solchen Fall gäbe es dann aber wieder andere Faktoren, welche die Abstimmung beeinflussen würde.

Wir atmen auf, fast alle Chassis bieten die Möglichkeit hier zu werkeln (ausser ein paar wenige Einsteigerfahrzeuge und ich gehe mal davon aus, dass sie nicht gerade zu diesen wenigen gehören ...) und den Sturz mittels dem oberen Querlenker verstellen zu können.

Mittels Gewindespurstangen kann die Länge den Bedürfnissen angepasst werden - sie drehen an diesem "Ding", dadurch verändert sich die Länge und somit der Winkel der Räder. Wenn sie nun am drehen und "stürzen" sind sollten sie sich ein Hilfswerkzeug zur Seite legen - eine sogenannte Sturzlehre, damit kann man die Winkel der Räder vermessen - Augenmaas ist auch toll aber ob es wirklich genau wird? Natürlich können sie auch ein Geodreieck oder eine Schiebelehre zur Hilfe nehmen. Die Veränderung dieses Winkels wirkt sich vor allem auf die Seitenführungskräfte und die Traktion aus - allerdings nicht mit einer solch grossen Auswirkung wie immer angenommen. 

Sagen wir es so

Mit zunehmendem Sturz verbessert sich die Seitenführungskraft, weil die Reifen in der Kurvenfahrt die maximale Auflagefläche erreichen.

Mit abnehmendem Sturz die Traktion, weil die Reifen bei der Geradeausfahrt die maximale Auflagefläche erreichen.

Sie müssen sich also entscheiden was sie wollen, sie müssen einen Kompromiss aus Traktion und Seitenführungskraft eingehen und finden.

 

Wie sehe ich nun, ob der Sturz meines Cars richtig eingestellt ist? Wie kontrollieren sie dies bei ihrem grossem Wagen ..? Sie achten sicherlich auf die Reifen ihres Wagens, genau das Gleiche gilt auch für den kleinen RC-Car. Bei grossem Reifenverschleiss stimmt was nicht. Laufen beide Vorderreifen gleichmässig über die gesamte Reifenbreite ab, juhui wir sind froh und glücklich, der Sturz ist korrekt eingestellt. Bemerken sie, dass die Reifen stärker auf der Aussenseite abgelaufen sind - dann müssen sie den Sturz erhöhen - im Gegenteil dazu - die Reifen sind eher auf der Innenseite abgelaufen - verringern sie den Sturz. Bei den Hinterhufen - bei der Hinterachse ist es ähnlich, allerdings ist dort ein leicht konisches Ablaufen der Räder erwünscht.

 

Weiters gilt es zu beachten - Thema Nachlaufwinkel. Bei der Einstellung des Sturzes an der Vorderachse ist auch der Nachlaufwinkel der Vorderräder wichtig. Je grösser der Nachlaufwinkel, desto geringer kann der Radsturz eingestellt werden, weil die Räder beim Einlenken nach innen kippen. Auf der anderen Seite muss der Sturz bei eher geringem Nachlaufwinkel grösser ausfallen, sonst laufen die Reifen wahrscheinlich auf der Aussenseite zu stark ab.

 

Praxis-Tipps:

Ihr Fahrzeug untersteuert beim Einlenken - erhöhen sie den Sturz der Vorderräder in Ein-Grad-Schritten. Sie können gleichzeitig auch den Sturz der Hinterräder verringern, sie verstärken damit den Effekt.

Ihr Fahrzeug übersteuert beim Einlenken - verringern sie den Sturz an den Vorderräder. Gleichzeitig können sie mit mehr Sturz an der Hinterachse dem Fahrzeug zu einer besseren Stabilität führen.

 

Wichtig ist bei dieser Arbeit - sie müssen absolut symmetrisch (auf beiden Seiten gleich) werkeln. Ist dies nicht der Fall, werden sie nie ein präzises Fahrverhalten mit diesem Car erreichen.

Ich weise darauf hin, dass diese Einstellungsänderungen für Glattbahn- wie auch für Offroadfahrzeuge gelten.

 

Grundeinstellungen:

Glattbahnmodelle: Gute Ausgangslage an der Vorderachse 1 bis 1,5 Grad - Hinterachse 1,5 - 2 Grad Sturz

Offroadmodelle: Diese liegen in einem ähnlichen Bereich, wobei Baubedingt, also durch den grösseren Federweg die Sturzzunahme bei der Einfederung grösser ist. Der Grundsturz kann deshalb hier geringer gewählt werden.

 

Messen sie den Radsturz immer am fahrfertigen Modell. Sie müssen also ihr Ding auftanken oder die Akkus einbauen. Montieren sie bitte auch die Räder, mit welchem sie den Gegner auf der Piste das Fürchten beibringen werden, auch die Renn-Bodenfreiheit sollte eingestellt sein.

 

Hier noch eine einfache Grafik zum Thema Über- und Untersteuern - mehr zu diesem Thema finden Sie auch hier::